WISAG restauriert historischen Raupendrehkran

Frankfurt am Main/Wernigerode, 6. Dezember 2019 – Der 56 Jahre alte Raupendrehkran der Rügenschen BäderBahn bekam in diesem Jahr eine Rundumerneuerung. Die WISAG Industrie Service Gruppe, einer der führenden Industriedienstleister Deutschlands, übernahm die komplette Restaurierung des DDR-Modells RK3/1, das auf Rügen für die Bekohlung der Dampflokomotiven „Rasender Roland“ zuständig ist.

Im Frühjahr begann das Team der WISAG mit der Verlagerung des Krans von Rügen in die eigene Werkstatt nach Wernigerode, in der die Restaurierung rund fünf Monate stattfand. „Bereits der Abtransport war anspruchsvoll“, erklärt Christoph Dannenberg, Niederlassungsbereichsleiterbei der WISAG Produktionsservice in Salzgitter. „Der RK3/1 Kran musste ohne Kanzel auf einen Tieflader. Da er sonst zu hoch für die Beförderung gewesen wäre, haben wir vorab die Steuerkanzel demontiert. Um den Kran dann weiterhin bedienen zu können, haben wir eine provisorische Fernbedienung gebaut. So konnte der Kran eigenständig auf den Tieflader, später dann auch wieder runter und sogar bis in die Werkstatt in Wernigerode fahren.“ 

Komplett in alle Einzelteile zerlegt, wurden sämtliche mechanische Bauteile, Getriebe und die Elektromotoren aufgearbeitet, Elektrik und Farbe erneuert sowie Sicherheitseinrichtungen und eine neue Steuerung installiert. Damit der Kran eine größere Hubhöhe erreicht, haben die Experten zusätzlich eine Drehkranzerhöhung eingebaut. „Das war tatsächlich eine der größten Herausforderungen. Da wir uns hier im Bereich ‚Wesentliche Veränderung von Maschinen‘ bewegten, mussten bestimmte Richtlinien beachtet werden. Wir brauchten statische Nachweise und Berechnungen, mussten nach DIN EN ISO 1090 Exc 3 mit einer Partnerfirma Schweißen und die Implementierung einer Überlastsicherung gewährleisten. Glücklicherweise konnte ein ehemaliger Konstrukteur des Krans ausfindig gemacht werden, der hilfreiche Daten zu dem historischen Fahrzeug lieferte“, erklärt Falk Holland, Serviceleiter bei der WISAG Produktionsservice und verantwortlich für den Umbau des Krans RK3/1 am Standort Wernigerode. Im Zuge der Modernisierung haben die Fachleute des Industriedienstleisters die Baggerschaufel etwas verschmälert, damit sie besser in den Kohletender der Dampflok passt. So kann auf einen gesonderten Trichter verzichtet werden und beim Beladen fällt weniger Kohle daneben. 

„Die DEKRA hat den Kran auf Herz und Nieren getestet, die geforderten Nachweise und Dokumente überprüft und das Fahrzeug ohne Beanstandungen abgenommen“, so Holland. „Wer demnächst auf Rügen unterwegs ist, kann ihn auf dem Bahnhof Putbus bewundern.“

Der Kunde hat mit der WISAG alle Dienstleistungen für diesen Restaurierungsauftrag aus einer Hand erhalten. Verschiedenste Fachleute waren von Mai bis Oktober im Einsatz, darunter Planer, Elektriker, Monteure, Maschinen- und Kranschlosser, Schweißer, Programmierer und Zerspaner.

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