Hochspannung für die Raumfahrt

Frankfurt am Main, 30. März 2021 – Hoch hinaus: Was für das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) gilt, lässt sich auch über die Leistungen der WISAG Industrie Service Gruppe, einem der führenden Industriedienstleister Deutschlands, sagen, der seit vielen Jahrzehnten für das DLR arbeitet. Denn nun steht die Erneuerung der Hochspannungsversorgung an – ein umfangreicher Auftrag im 110-kV-Bereich, der im März 2022 fertiggestellt werden soll.

Der DLR-Standort in Göttingen gilt als „die Wiege der modernen Aerodynamik“. 1907 wurde hier die weltweit erste staatliche Luftfahrtforschungseinrichtung gegründet. Heute arbeiten die Fachleute an Flugzeugen, Raumschiffen und Hochgeschwindigkeitszügen der Zukunft. Die Hochspannungsanlage versorgt das komplette Zentrum mit Strom – von der einfachen Steckdose bis zum Windkanal mit 12 Megawatt. Entsprechend groß ist der Energiebedarf. Da die alten Kabel gasisoliert, marode und teils sogar defekt sind, erfolgt die Stromversorgung der gesamten Liegenschaft derzeit über ein einziges Kabel. „Die Erneuerung ist also mittelfristig alternativlos. Bereits 2018 haben wir begonnen, die 110-kV-Verkabelung vom Freiluft-Umspannwerk des örtlichen Verteilnetzbetreibers zum DLR vorzunehmen“, erzählt Projektleiter Paul Kelsch von der WISAG Elektrotechnik Hessen GmbH & Co. KG. 

Nun starten die Fachleute mit dem Anlagenbau. „Enorm wichtig ist, dass die Stromversorgung für das DLR während der Arbeiten gewährleistet ist. Nur in Einzelfällen werden wir für Teile des Zentrums für maximal einen Arbeitstag die Anlage vom Netz nehmen müssen“, erklärt Kelsch. Daher wird die neue 5-feldrige 110-kV-Schaltanlage parallel zur alten 3-feldrigen Anlage in Betrieb genommen. Auch der neue 110/5,4-kV-Transformator wird eingebaut, während der alte Transformator noch arbeitet. Er wird die neue 5,4-kV-Anlage mit ca. 65 Feldern versorgen.

„Die neue 5,4-kV-Doppelsammelschienen-Anlage mit 2500 A/40 kA wird in drei Reihen aufgebaut. Nachdem die erste Reihe mit etwa einem Drittel der neuen Schaltfelder montiert ist, wird ein Teil der alten Anlage demontiert, um Platz für die nächsten beiden Anlagenreihen zu schaffen“, so Kelsch. „Sobald die neue 5,4-kV-Anlage komplett in Betrieb und der alte Teil demontiert ist, wird der vorhandene 40-MVA-Transformator umgebaut und auf die neue 110-kV- und 5,4-kV-Anlage umgelegt, sodass die alte 110-kV-Anlage demontiert und entsorgt werden kann.“ 

Die WISAG Elektrotechnik wird außerdem zwei 5,4-kV-Kompensationsanlagen montieren und an zahlreichen Verkabelungen und Trassen sowie an der Schutz- und Leittechnik arbeiten. „Wir kennen die Technik des DLR wie unsere Westentasche, da wir die Anlagen seinerzeit aufgebaut haben, die wir nun erneuern. Deshalb hat uns das DLR auch die Wartung für die kommenden Jahre übertragen“, fügt Kelsch hinzu. 

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